Im Schatten der Bombe - unser Einsatz für Licht und Sicherheit

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Datteln,

Am 27. Oktober 2025 durchbrach ein stiller Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs die Routine in Datteln. Die Entdeckung einer 250 Kilogramm schweren britischen Weltkriegsbombe auf dem Firmengelände Bernemann an der Klosterstraße war mehr als eine Störung – sie war eine tickende Gefahr aus der Vergangenheit, die eine hochmoderne, koordinierte Antwort der Gegenwart erforderte.

Wenn der Alltag plötzlich stillsteht

 

Am 27. Oktober 2025 wurde der Alltag in Datteln abrupt unterbrochen. Der Fund einer Weltkriegsbombe auf dem Gelände der Firma Bernemann machte eine sofortige Evakuierung notwendig und versetzte Teile unserer Stadt in einen Ausnahmezustand.

Für viele Dattelnerinnen und Dattelner war dies nicht das erste Mal. Wir wissen, dass die Gefühle bei vielen von Ihnen gemischt waren: Einerseits das volle Verständnis für die unumgänglichen Sicherheitsmaßnahmen, andererseits die spürbare Belastung und Ermüdung durch die wiederholten Unterbrechungen des gewohnten Lebens.

 

Als Technisches Hilfswerk Ortsverband Datteln waren wir an diesem Tag für Sie im Einsatz. Wir möchten Ihnen einen Blick hinter die Kulissen geben und zeigen, welche Rolle unsere ehrenamtlichen Kräfte bei der Bewältigung dieser Herausforderung spielten.

 

Der Einsatz beginnt: Mehr als nur ein Anruf

 

Für uns startet ein solcher Einsatz mit einer Alarmierung. Mitten aus dem Alltag – von der Arbeit, aus der Familie, aus der Freizeit – werden unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gerufen.

Was dann folgt, ist das Ergebnis professioneller Organisation, konstanter Übung und ständiger Bereitschaft.

 

Hinter dieser schnellen Reaktion steht die eingespielte Struktur unseres Ortsverbandes: einem Team aus ehrenamtlichen Spezialisten für Bergung, Gefahren an und auf dem Wasser, Notinstandsetzung – aber auch im Stab, wo wir ehrenamtlich Verwaltung, Koordination, Verpflegung, IT Management und Öffentlichkeitsarbeit betreiben – geführt vom Ortsbeauftragen Ernst Georg Kartzig und dem stellvertretenden Ortsbeauftragten Dieter Dreber, die im Ernstfall den Einsatz koordinieren. Jeder Handgriff sitzt, damit die Hilfe schnell und organisiert anläuft.

 

Unsere Aufgabe in diesem Einsatz: Für Licht und Sicherheit sorgen

 

Bei der Bombenentschärfung des 27. Oktober war unser Ortsverband mit 11 Einsatzkräften vor Ort. Unsere Aufgabe war nicht die Entschärfung selbst – das ist die hochspezialisierte Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Arnsberg. Unsere Mission bestand darin, die entscheidende Unterstützung im Hintergrund zu leisten.

 

Dazu gehörten logistische Aufgaben wie der Transport von Material und Betten für liegend zu transportierende Personen, insbesondere aus dem Seniorenheim „Ludgerusheim“.

 

Ein zentraler Auftrag war die Ausleuchtung der Einsatzstelle. Mit unseren leistungsstarken Lichtmasten und mobilen Stromerzeugern verwandelten wir die Nacht zum Tag am Fundort der Weltkriegsbombe. Dies war essenziell, um den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Arnsberg bei ihrer Arbeit höchste Sicherheit durch optimale Sicht zu gewährleisten.

 

Ein starkes Netz: Gemeinsam für Datteln

 

Ein Einsatz dieser Größenordnung ist immer eine Teamleistung. Nur durch die reibungslose und professionelle Zusammenarbeit verschiedener Organisationen kann die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet werden. Am Montag arbeiteten wir Hand in Hand mit der Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Polizei, der Stadt Datteln – um nur einige der beteiligten Organisationen zu nennen.

 

Unser Zugtruppführer Thorsten Reihs fasst die Kooperation treffend zusammen:

 

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt Datteln und den anderen beteiligten Behörden hat sehr gut geklappt. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass die Bevölkerung sicher geschützt wurde und alle Betroffenen im Evakurierungsradius zügig nach Hause zurückkehren konnten.“ – Thorsten Reihs, Zugtruppführer THW Datteln

 

Die Menschen hinter der Uniform: Eure Nachbarn im Ehrenamt

 

Wer sind die Menschen, die in den blauen Einsatzfahrzeugen ausrücken? Es sind Ihre Nachbarn, Kolleginnen und Freunde. Unsere Helferinnen und Helfer kommen aus der Mitte der Gesellschaft der Region Datteln. Sie sind normale Bürgerinnen und Bürger, die einen Teil ihrer Freizeit opfern, um für den Notfall vorbereitet zu sein.

 

Unser lokaler Einsatz ist Teil eines bundesweiten Netzwerks. Das THW wird von rund 88.000 Ehrenamtlichen in ganz Deutschland getragen. Was uns alle verbindet, sind die Werte, für die das THW steht: soziales Engagement, Gemeinschaft und Solidarität. Diese Werte sind in einem tiefen Demokratieverständnis verankert, das in jedem unserer 668 Ortsverbände gelebt wird. Wir sind eine Organisation von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger.

 

Wir hören zu: Ein Wort an unsere Stadt

 

Wir verstehen, dass die wiederholten Evakuierungen eine enorme Belastung darstellen. Als THW Datteln sind wir nicht nur eine Einsatzorganisation, sondern ein fester Teil dieser Stadt. Ihre Sorgen sind auch unsere Sorgen. Deshalb möchten wir unmissverständlich sagen: Wir hören Sie. Wir hören die Frustration über erneut gepackte Taschen, die Sorge um Angehörige und die Unterbrechung des Alltags.

 

Gemeinsam mit allen beteiligten Behörden und Organisationen ist es unser oberstes Ziel, solche notwendigen Einsätze so sicher, schnell und reibungslos wie möglich zu gestalten, um die Belastung für Sie alle so gering wie möglich zu halten.

 

Fazit: Ein Blick nach vorn

 

Der Einsatz am 27. Oktober hat erneut gezeigt, wie wichtig eine professionelle, ehrenamtlich getragene Gefahrenabwehr und eine starke, gut koordinierte Zusammenarbeit sind. Er hat aber auch den Gemeinschaftssinn in unserer Stadt unter Beweis gestellt, auch wenn die Geduld verständlicherweise auf die Probe gestellt wird. Jede erfolgreich bewältigte Herausforderung macht unser Sicherheitsnetz stärker.

 

Es bleibt die Frage, die uns alle beschäftigen sollte: Wie können wir als Gemeinschaft aus solchen wiederkehrenden Herausforderungen gestärkt hervorgehen?

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